Der neue geschäftsführende Pfarrer der GKG Sindelfingen

Jens Junginger

Pfarrer Jens Junginger stellt sich vor

Sindelfingen! Da war mal was. Ich muss so 14 oder 15 gewesen sein. Zwei Szenen haben sich damals eingeprägt: Ein Arbeiter legte ein Stück Blech in eine Pressmaschine. Sekunden später war es in eine Form gestanzt. Etwas später rollt das fertige Auto daher. Unglaublich! Die Schule hatte den Werksbesuch organisiert. Aus Stuttgart waren wir gekommen. Dort, genauer in Stuttgart-Wangen, bin ich zusammen mit zwei Schwestern in einem Pfarrhaus aufgewachsen. Geprägt haben mich die kirchliche und gesellschaftliche Aufbruch- und Reformzeit der 1970er und 80er Jahre und vier Jahre bei den Hymnus-Chorknaben. Drei Monate Schichtarbeit an Drehmaschinen und eine sich daran anschließende fünfmonatige Afrikatour haben meinen Horizont nachhaltig geweitet. Es folgte das Studium zunächst in Tübingen, und zusammen mit meiner späteren Frau Heidi Hafner in Mainz und Frankfurt. Die Zeit dort war intensiv, voller Freude am Studium, autonomen Seminaren und Anti-Apartheid-Engagement. Zurück gings nach Württemberg, mehr oder weniger zwangsläufig, um in Tübingen Examen zu machen. Es folgte das Vikariat in Wurmlingen bei Tuttlingen, dann fünf Jahre unständiger Dienst im beschaulichen Obst- und Kirschenparadies Glems (bei Metzingen) und bei der heutigen Evangelischen Mission in Solidarität (EMS), mit bereichernden Kontakten zu Christen aus der ganzen Welt. Die erste ständige Pfarrstelle haben wir ab 1995 an der Tuttlinger Versöhnungskirche acht Jahre geteilt, zusammen mit den drei Jungs (Paul, Max und Carl) die heute in der Kurpfalz, Pfalz und Rheinhessen studierend bzw. arbeitend ihr eigenes Leben führen. In der jungen Gemeinde lag der Schwerpunkt auf Kinder-, Familien-, Seniorenorientierten Aktivitäten und kulturell-musikalischen Veranstaltungen.

Mit viel Freude habe ich ab 2003 dann den Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA) in der Prälatur Reutlingen mit vielen betrieblichen und außerkirchlichen Kontakten wieder aufgebaut. Ich war auf Bundesebene im Vorstand der KDA/EKD Arbeit. Und als Studienleiter habe ich an der Akademie Bad Boll Tagungen durchgeführt und arbeitete eng mit dem Diakonischen Werk Württemberg zusammen.

2011 musste ich angesichts der landeskirchlich festgelegten Befristung diese Arbeit beenden. Ab 2012 war ich innerhalb der Gesamtkirchengemeinde Tuttlingen geschäftsführender Pfarrer an der Stadtkirche und für die vier evangelischen Kindergärten verantwortlich. Ich war als Diakoniepfarrer für die Diakonie im Landkreis und im Bezirk verantwortlich und zugleich in der Initiative Asyl aktiv. Mit einem engagierten Kirchengemeinderat gelang ein ziel- und kooperationsorientiertes Arbeiten, um die Innenstadt-Kirche als ein offenes gemeinwohlausgerichtetes „Haus der lebendigen Steine“ zu gestalten.

23 Jahre leben und größtenteils auch arbeiten in Tuttlingen, die liegen hinter mir/uns. Jetzt gilt es für mich als geschäftsführender Pfarrer für die Martins- und Gesamtkirchengemeinde nochmals neu durchzustarten. Diese reizvolle und verlockende Herausforderung nehme ich gerne an. Dazu gehört auch die Übernahme von Verantwortung für die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen. Es wird darum gehen, gemeinsam Evangelische Kirche in Sindelfingen in und mit dem Gemeinwesen zu gestalten. Jetzt steht für mich das Wahrnehmen an erster Stelle. Ich bin neugierig auf Entdeckungen, was mir gezeigt und erzählt wird. Dass sich – von der Autobahn aus gesehen – hinter grauen Werkspalästen ein solches Kleinod wie die romanische Martinskirche verbirgt, mit einem eindrücklich vielfältigen kirchenmusikalischen Programm, hat mich überrascht. Das empfinde ich als ein besonderes Geschenk, das ich achtungsvoll und als Auftrag zugleich gerne annehme.

Jens Junginger

Kirchliche Jugendarbeit in der Schule – Impressionen

Längst sind sie keine unbekannten Gesichter mehr an der Grundschule Klostergarten: Seit September 2017 absolvieren Judith Gross und Max Knobloch ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) beim CVJM. Die Grundschüler freuen sich über diese besonderen Mitarbeitenden des CVJM. Denn ihre Stelle beinhaltet 50% Tätigkeit im CVJM und 50% an der Grundschule Klostergarten („Schulbezogene Jugendarbeit“).

Nach ihrer Hospitationsphase zum Schuljahresanfang, in der die beiden alle Klassenstufen sowie das Betreuungsangebot der Grundschule kennen lernten, sind Judith und Max mit ihrem AG-Angebot durchgestartet: Von der Martins-AG über die Computer-AG und Advents-AG bis hin zur Krippenspiel-AG. Die beiden sind auch immer parat, wenn Begleitung gefragt ist bei Lerngängen, Übernachtungen oder Ausflügen. Der Spaß und die Freude an der Arbeit mit Kindern ist ihnen deutlich abzuspüren.
Sie sind keine Ersatz-Lehrer, sondern können sich ganz bewusst Zeit nehmen für die Kinder – außerhalb des Unterrichts und fern von Noten. Besonders gerne ziehen Max und Judith mit den Schülern in die Welt außerhalb der Schule: Zu einem „Orientierungstag“ ins CVJM-Haus zum Beispiel oder in die Martinskirche.
Rektorin Yvonne Olmosi-Bier ist dankbar für dieses Engagement, hinter dem auch der Martinstaler 2017 steckt: „Die beiden sind ein echter Gewinn für unsere Schule! Ohne sie könnten wir zurzeit fast gar keine AG anbieten.“

Rose Ilg

Pfarrplan 2024 – Entscheidung der Synode ist gefallen

Bei der Bezirkssynode am 17. März 2018 in Waldenbuch haben die Mitglieder über die Umsetzung des Pfarrplans 2024 entschieden. Der Pfarrplan 2024 bedeutet für unseren Kirchenbezirk Böblingen, dass insgesamt 4,5 Pfarrstellen wegfallen werden.

Für die Mitglieder der Bezirkssynode stellte sich nun die schwierige Frage, welche Pfarrstellen wegfallen sollen. Mit knapper Mehrheit wurde beschlossen, dass die Betriebsseelsorge nicht mehr durch einen Pfarrer, sondern künftig durch einen Sozialdiakon besetzt werden soll. Damit bleibt im Kirchenbezirk Böblingen eine Gemeindepfarrstelle erhalten.

Für die Gesamtkirchengemeinde Sindelfingen bedeutet der Pfarrplan 2024 nun konkret, dass eine volle Gemeindepfarrstelle (100 Prozent) gekürzt werden muss. Voraussichtlich wird die Pfarrstelle Nikodemuskirche mit 50 Prozent und die Pfarrstelle Martinskirche West mit 50 Prozent gestrichen. Beide Stellen fallen mit dem Weggang der Stelleninhaber/innen, spätestens aber mit dem Jahr 2024 weg.

Der Verlust von Pfarrstellen ist schmerzlich, aber wir sind nun alle aufgerufen, das Beste aus der Situation zu machen. In der Gesamtkirchengemeinde Sindelfingen ist sowohl unter den hauptamtlich Mitarbeitenden als auch unter den ehrenamtlich Engagierten eine große Bereitschaft da, enger zusammenzustehen. Das ist alles andere als selbstverständlich und ein starkes Signal für die Zukunft!

Die Martinskirchengemeinde und die Goldberggemeinde haben erste konkrete Schritte unternommen, aufeinander zuzugehen. Beide Kirchengemeinderäte haben beschlossen, eine Fusion bis zu den nächsten Kirchenwahlen im Jahr 2019 anzustreben. In den nächsten Monaten werden sich die beiden Gremien intensiver begegnen und gemeinsam überlegen, wie die Gemeinden zusammenwachsen können.

Es grüßen Sie herzlich Kathrin Lichtenberger und Manuel Hörger